Was Sie als Segler auf dem Bodensee beachten sollten
Gerade im Hochsommer, meist aber zum Ende der Saison, sind die Gazetten, Nachrichtensendungen und vor allem das sensationslüsterne Internet voll von Horrormeldungen. Dann heißt es oft, der Bodensee „trocknet aus“ oder die Vorboten der Klima-Katastrophe würden uns Wassersportler als Erste bestrafen. Doch stimmt das überhaupt so und ist es wirklich so komplett brenzlig, dass sich ein Segelboot am Bodensee gar nicht mehr lohnt? Lassen Sie uns das Thema unaufgeregt angehen.
Fakt ist: Der Wasserstand des Bodensees ist sehr dynamisch. Das war er schon immer. Da wir über den Rhein und weitere kleine Zuflüsse ständig Wasser aus den Alpen in den See bekommen – aber ständig auch Wasser abfließt (und als Trinkwasser entnommen wird), schwanken die Pegel des Bodensees teilweise stark. Der Bodensee ist und bleibt ein natürlich unregulierter See. Schwankungen sind normal – wir leben mit ihnen schon immer.
„Lassen Sie sich nicht verrückt machen. Die Pegelschwankungen beeinflussen unsere Eigner und Gastlieger im Hafen eigentlich nicht.“
Durchschnittlich verändert sich der See-Pegel um 1 bis 2 Meter pro Jahr. In extremen Jahren hatten wir auch schon 2.2 bis 2.5 Meter Pegel-Unterschiede zu verzeichnen. Im Februar und März – also weit vor der Segelsaison – hat der Bodensee meist seinen niedrigsten Wasserstand. Durch die Schneeschmelze in den Alpen und die Frühlings-Regenfälle füllt sich der Bodensee dann am stärksten von April bis Juni auf, erreicht meist im Juli seinen Höchststand und verliert nun langsam bis von August bis Oktober wieder Wasser. Die stärksten Pegelverluste treten normalerweise erst von November bis Januar – also wieder außerhalb der Segelsaison – im sogenannten „Wintertief“ ein.
Vor allem am Überlinger See (im Norden) und bei manchen sehr flachen, meist kommunalen, Häfen endet in extremen Jahren daher die Segelsaison für viele Kielboote dann früher. Die Hafenmeister behalten die Pegelstände stetig im Blick, sodass schnell reagiert und ausgekrant werden kann. Unser Bodan-Hafen ist allerdings tief genug, sodass wir noch nie akut die Kransaison vorverlegen mussten: Wenn die Pegelstände niedrig sind, wird Ihre Törnplanung und der Blick auf das Tiefen-Lot allerdings umso wichtiger.
Wasserstands-Schwankungen am See: Praktische Auswirkungen für Segler
- Frühjahr (März–April): Manche Stege/Häfen teilweise nicht erreichbar oder sehr flach
- Hochsommer: Selten Probleme (außer bei extremer Trockenheit, wie z.B. in 2025)
- Spätherbst/Winter: Viele flache Stellen, Trockenfallen möglich
Lohnt sich denn ein eigenes Segelboot auf dem Bodensee überhaupt noch?
Na und ob! Es sind noch mehr als genug Wochen im Jahr tolle Segelzeit für Eigner am See, bevor die Pegel schwanken! Ein Flachkiel (wie bei der OCEANIS 30.1 mit 1.30 m) ist ideal für ein Boot hier am Bodensee, besser wäre ein Schwenkkiel, wie wir ihn auf der FIRST 24 SE und auch allen OCEANIS bis 35 Fuß anbieten. So sind sie auch in den „brenzligen“ wasserarmen Monaten noch sicher unterwegs.
Natürlich schauen alle Anrainer des Sees mit gemischten Gefühlen auf die Rekord-Sommer. Gerade in diesem Jahr 2026 sind die Regenfälle in den Alpen, und damit das Neuwasser für den Rhein und unseren See, sehr spärlich ausgefallen. Man muss aber auch sagen, dass es früher durchaus schon sehr viel trockenere Jahre mit noch tieferen Pegelständen gegeben hat. Wie gesagt: Der Bodensee ist ein natürlicher und unregulierter See, weshalb bei uns alles vom Wettergott abhängt.
Mit der richtigen Yacht, dem Blick auf die Wetter-App und den Pegelstand und etwas Vorausschau bei der Törnplanung können Sie dennoch unbeschwerte Segel-Wochenenden an Bord Ihres Bootes hier bei uns am See verbringen, keine Sorge! Und bisher war es immer so, dass wenn mal das Auskranen früher starten musste, es dann auch immer wieder mit ungewöhnlich wasserreichen und schönen Saisons ausgeglichen worden ist.
Haben Sie mehr Fragen zum Revier? Dann senden Sie uns gern eine E-Mail oder kommen Sie einfach einmal bei uns im Bodan-Hafen vorbei.
