So machen wir Ihre neue BENETEAU Bodensee-tauglich!
Sie tragen sich mit dem Gedanken, eine eigene Segelyacht in den Bodensee zu legen? Herzlichen Glückwunsch! Denn Sie haben sich für das aus unserer Sicht unbestritten schönste und abwechslungsreichste Segelrevier in Süddeutschland entschieden. Mit knapp 540 Quadratkilometern Fläche ist der Bodensee der größte See Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, nur die Müritz im Norden unseres Landes ist für sich gesehen größer. Mit einer Tiefe von bis zu 254 Metern und einem Wasserinhalt von fast 50 Kubik-Kilometern ist der Bodensee einer der wichtigsten Speicherseen für sauberes Trinkwasser Europas.
Das Revier ist sehr abwechslungsreich und bietet Seglern wunderschone, sanfte Bedingungen mit wenig Wind (Gennaker-Wetter!) bis hin zu stürmischen Starkwindritten, wenn der berüchtigte Alpen-Fön angeschaltet ist. Der Bodensee hat aber ein Problem: Weil es hier so unheimlich schön ist, kommen auf die knapp 25.000 Liegeplätze mehr als 40.000 Boote. Und jedes Jahr wollen immer mehr Menschen hier ihre Yacht hinlegen. Gut und wichtig ist daher ein Partner zu haben, der entweder Liegeplätze im eigenen Hafen vergeben, oder diese durch eine Bodensee-weite Vernetzung vermitteln kann. So wie wir: Bodan Yachthandel verfügt über exklusiven Zugriff auf Liegeplätze am Bodensee! Selbstverständlich nur im Zusammenhang mit dem Kauf einer neuen BENETEAU.
Rechtlich bindend: Die Vorschriften am Bodensee
Nun, da Sie die erste – und gleich vorweg: Die größte! – Hürde mit einem Liegeplatz am Bodensee genommen haben, steht dem Kauf und der Anlieferung Ihres neuen Segelbootes zu uns ins Revier nichts im Wege. Fast nichts. Denn hier bei uns am Bodensee gelten weitaus strengere Vorschriften, als die EU-weit verbindlichen für die Produktions-Werften. Diese sind rechtlich für alle Bootseigner bindend und werden zudem durch die beiden Landratsämter am See (Konstanz und Friedrichshafen, in unserem Fall) kontrolliert und durchgesetzt. Beachten Sie, dass die Yachten, wenn diese neu aus der Werft kommen, so nicht in den Bodensee dürfen!
Alle Yachthändler am Bodensee, natürlich auch wir, kennen diese Vorschriften und werden Sie in dieser Richtung gut beraten. Daher empfehlen wir Ihnen, ein Boot für den Bodensee auch immer bei einem offiziellen Händler direkt hier am Bodensee zu kaufen. Denn freilich kann Ihnen jeder andere Yachtbroker auch ein Boot verkaufen – und das europaweit – das dann auch ohne Probleme an den See transportiert werden kann, aber ob so ein „ortsunkundiger“ Händler die Spezialitäten des Bodensees kennt und Ihr Boot dementsprechend aus- und umrüsten kann, steht zur Debatte. Wir haben hier schon das eine oder andere Debakel erleben müssen, weshalb wir Ihnen raten, auf Nummer sicher zu gehen.
Eine neue Segelyacht in den Bodensee legen – keine Sorge!
Keine Sorge, das klingt komplizierter als es ist. Uns ist es aber wichtig, darauf hinzuweisen. Denn gerade in den jetzigen Zeiten, wo durch Inflation, hohe Energie- und Arbeitskosten die Bootspreise vergleichsweise hoch sind, fühlen sich manche Neu-Eigner dabei ertappt, lieber auf die Billig-Angebote mancher (ausländischer) Yacht-Broker zu hören. Denn eine neue BENETEAU ist eine neue BENETEAU, egal, welcher Händler sie verkauft, oder? Nun, ja. Und nein …
Denn wie so oft liegt der Unterschied im Detail. Und der „Bodensee-Umbau“, so wie wir ihn nennen, sollte fachmännisch sauber ausgeführt sein, sodass Ihr Boot dann bei der Abnahme durch einen amtlich bestellten Inspekteur vom Landratsamt auch wirklich die begehrte Plakette bekommt. Andernfalls wird es nicht nur teuer, sondern langwierig und enttäuschend. Bei Bodan Yachthandel können Sie sich darauf verlassen, dass wir Ihnen erstens nur Spezifikationen und Ausrüstungs-Pakete verkaufen, die auf unserem Revier sinnvoll sind und dass wir zweitens den Bodensee-Umbau garantiert abnahmesicher durchführen! Doch was ist nun eigentlich ein „Bodensee-Umbau“ und was umfasst dieser alles?
Keine Außenbord-Ventile mehr: Bodensee-Umbau
Unser schöner Bodensee ist ein Süßwasser-Speicher. Vor allem die Region Stuttgart profitiert von unserem sauberen Wasser, das Trinkwasser-Qualität hat. Demzufolge sind am Bodensee sämtliche Einleitungen aus Booten und Yachten strengstens verboten! Das gilt selbstverständlich für Schwarzwasser – also die Bord-Fäkalien aus den WCs der Yachten – sowie für Grauwasser. Grauwasser, das sind die Abwässer aus dem Spülbecken der Bord-Küche, dem Waschbecken im Bad und der Dusche. Kurzgesagt: Eine Segelyacht am Bodensee darf keine Außenbord-Ventile mehr haben, weder für das WC noch für die Waschbecken.
Beim Bodensee-Umbau werden alle Ventile in der Yacht entweder nachhaltig „trocken gelegt“ und versiegelt oder komplett entfernt, was ebenso für die Ableitungen gilt. Dabei werden auch die jeweiligen Schwarzwasser-Tanks komplett verschlossen, sodass nur noch ein Abpumpen durch die Hafen-Stationen möglich ist. Ausgenommen sind hiervon natürlich die Ansaug- und Auslassventile für den sekundären Kühlwasser-Kreislauf des Schiffsmotors.
Desweiteren muss für das Grauwasser der Yacht ein Tank installiert werden. Auf der OCEANIS 30.1 wird hierzu beispielsweise das Gehäuse des Schranks an Steuerbord in der Eignerkabine benutzt, denn hier ist der einzige Einbauort, an dem ein ungestörter Absaug-Stutzen direkt darüber an Deck eingebaut werden kann. Dies ist wichtig zu wissen: Als Eigner einer Bodensee-Yacht „verlieren“ Sie einen Schrank-Stauraum. Zuleitungen und Pumpen zu diesem Tank werden installiert, ebenso wie Schaltknöpfe um diese zu bedienen. Die Installation und Absicherung dieser Elektrik muss gewissenhaft erfolgen, sodass später alles einwandfrei, sicher, dicht und vor allem einfach zu bedienen ist. Sie merken nun, dass man hierfür nicht nur Erfahrungen mit den Yachten selbst, sondern auch mit den lokalen Anforderungen haben muss. Wir wissen schlicht, was am Bodensee „geht“, und was nicht.
Achtung: Flüssiggas-Anlage auf Segelbooten
Ein weiterer großer Aspekt beim Bodensee-Umbau ist die Gas-Anlage Ihrer Yacht. Wie alle anderen Hersteller auch, liefert BENETEAU die Segelboote mit einer nach Europäischer Norm zertifizierten Gasanlage aus. Diese hat zwar eine CE-Kennung, ist aber für den Bodensee nicht erlaubt. Anders, als beispielsweise an der Ostsee, ist bei uns die deutsche Gasnorm G-608 für Boote zwingend vorgeschrieben. Auch der Umbau der Gasanlage wird vom Amt peinlich genau kontrolliert, sollte also nicht vernachlässigt werden!
Für die G-608 sind im gesamten System von der Gasflasche bis zum Herd insgesamt nur 40 Zentimeter Gummischlauch erlaubt. In der EU-Norm darf der gesamte Weg gummiert sein. Daher müssen wir diesen komplett entfernen und durch eine Kupfer-Zuleitung ersetzen. Nur am Abnehmer und am Herd darf dann noch Gummi sein (eben mit maximal 40 cm Länge). Weiterhin müssen die Gasdruckminderer im Gaskasten durch solche ausgetauscht werden, die ein Manometer zur Druckerkennung enthalten. Der Gas-Umbau darf nur durch zertifizierte Techniker erfolgen, die zudem eine mehrstündige Überdruckprüfung durchführen und nachweisen müssen.
Erst dann bekommt Ihre Anlage den gelben Aufkleber. Dieser, das nur nebenbei, muss alle 2 Jahre durch eine Gasprüfung erneuert werden. Beim Kauf einer Yacht bei Bodan Yachthandel führen wir den Bodensee-Umbau sach- und fachgerecht durch werfteigene und zertifizierte Dritte (Gasprüfung) so durch, dass Ihr Boot den Vorführtermin beim Amt garantiert besteht, darauf können Sie sich verlassen!
VC17-M – das Bodensee-Antifouling: Verboten!
Dieses Thema gehört zwar nicht per se zum Bodensee-Umbau, wohl aber zum Thema einer Bodensee-tauglichen Segelyacht dazu: Der Schutz des Unterwasserschiffes. Zunächst bleibt festzustellen, dass alle neuen Yachten generell ohne einen Unterwasserschiff-Anstrich aus der Werft kommen, da dieser immer auf das jeweilige Revier angepasst sein muss. Zwar können Sie durchaus die erste Saison komplett ohne segeln (was aus verschiedenen Gründen manchmal sogar sinnvoll ist), ein kompletter, professioneller U-Schiff-Aufbau ist aber spätestens mit der zweiten Saison auch deshalb ratsam, weil die BENETEAU-Garantie auf den Rumpf nur in Kraft tritt, wenn dieser durch einen solchen Anstrich geschützt ist.
Interessanter Fakt: Süßwasser hat einen höheren osmotischen Druck, als Salzwasser. Daher ist die Osmose-Prophylaxe gerade hier bei uns am Bodensee extrem wichtig! Schützen Sie Ihre Yacht also unbedingt vor Osmose durch eine mehrschichtige Epoxi-Behandlung als Grundierung für das eigentliche Antifouling! Je nach Produkt, sind hier mindestens drei, besser fünf Schichten empfohlen. Das Gute daran: Einmal aufgebracht, sind diese für immer am Rumpf und müssen nicht erneuert werden. Für das Antifouling haben wir verschiedene Produkte im Angebot, die allesamt professionell von uns in spezieller, reiner und staubarmer Umgebung verarbeitet werden. Wichtig ist hierbei die Beachtung der Trockenzeiten und die Anstrich-Technik, die wir natürlich beherrschen.
Je nach Typ des Antifoulings sind auch hier mindestens drei bis fünf Schichten ratsam. Dabei alternieren wir gern die Farben, sodass die neue Farbe immer ein guter Indikator für den Abnutzungsgrad des Antifoulings ist. Wir können Ihnen nur raten, eben nicht am Antifouling zu sparen! Zwar halten sich Grad und Art des Bewuchses am Bodensee in Grenzen, aber beachten Sie, dass nur 5% bedeckter Rumpffläche ganze 50% mehr Energie benötigen, um auf die gleiche Endgeschwindigkeit zu kommen. Das ist gerade für das Freizeitsegeln enorm, denn dann segeln Sie ja eher bei schwachem bis mäßigem Wind. Oft ist die „lahme Ente“ eben nicht die Schuld der Werft oder des Segeltrimmers, sondern von Alge und Muschel unter der Wasserlinie …
Ein letztes Wort noch zum VC17-M. Das, wenn es neu aufgebracht ist, kupferfarbig schimmernde Antifouling war bis vor wenigen Jahren das beliebteste und meist genutzte Produkt bei uns am Bodensee. Seine Eigenschaften waren wie geschaffen für unser Revier, noch heute segeln viele Boote mit diesem Anstrich. Dieser ist nun aber verboten, und das komplett: Yachten, die ihn drauf haben, dürfen ihn noch „absegeln“, in einer Übergangsphase durften auch wir Werften bereits angeschaffte Vorräte noch aufbrauchen. Doch diese Zeiten sind nun vorbei: Achten Sie daher bei Angeboten (vor allem beim Gebrauchtboot-Kauf) darauf, dass Sie möglichst kein VC17-M am Schiff haben, denn eher früher als später muss dieses komplett runter! Wir verkaufen schon lange kein VC17-M mehr und haben gute Erfahrungen mit Alternativen Antifoulings gemacht: Sprechen Sie uns gern an!
Alles aus einer Hand
Wir hoffen, Sie sind nun ein wenig schlauer, was das Thema Bodensee-Umbau und Segeln am Bodensee angeht. Wenn Sie sich auf die Expertise der Anrainer dieses Reviers verlassen, was den Kauf eines Bootes angeht, dann wird Ihre neue Yacht sicher nach den gesetzlichen Vorschriften des Bodensees (um)gebaut – und damit bei der amtlichen Abnahme am Vorführtag sicher bestehen. Beim Kauf einer neuen BENETEAU bei Bodan Yachthandel ist der Bodensee-Umbau immer Teil unseres Angebotes, darauf können Sie sich verlassen! Unsere werfteigenen Techniker sowie zertifizierte Dritte führen die Arbeiten sach- und fachgerecht aus, vom Kiel bis zum Topp!
Und dann steht dem Segelspaß nichts mehr im Wege: Genießen Sie die 70 mal 15 Kilometer Segelrevier vor grandioser Alpenkulisse! Wenn Sie Fragen haben zum Bodensee-Umbau oder Details wissen möchten, sprechen Sie uns bitte gern an! Gern zeigen wir Ihnen live an Bord einer unserer Kundenboote nach Absprache, wie die Arbeiten an Bord ausgeführt sind.
